Rhein Romantik

Es ist höchste Zeit, dass wir unsere vertraute Umgebung, in der wir uns wohl fühlen, gebührend rühmen, damit alle verstehen, welche Werte hier von der Vernichtung bedroht sind. Gerade sie machen unsere Umgebung lebenswert.

Das Faszinosum „Romantischer Rhein“ wird dem Rheinabschnitt von Bingen bis Bonn zugeschrieben. Der Bereich bis Koblenz hat es geschafft, sogar zum Welterbe gekürt zu werden. Doch den Abschnitt bis Bonn finden wir genau so romantisch und liebenswert. Das soll auch so bleiben – für alle – und vor allem für uns, die wir hier leben, zu Hause sind und uns hier beheimatet haben.

Bevor wir Klage führen, wollen wir unsere Region, die auch prosaisch „Unteres Mittelrheintal“ genannt wird, rühmen. Wir wollen die vielfältigen Landschaften rühmen, die sich rechts und links des Rheins hinziehen und durch die Zeiten ihre Charakteristik bewahrt haben. Lassen wir die Begeisterung aus einer Präsentation des romantischen Rheins sprechen (www.romantischer.rhein.de ):

„Man begegnet auf Schritt und Tritt einer ganz besonderen Symbiose aus Burgen und Schlössern, mittelalterlich anmutenden Orten und wunderbaren Weinen. Tradition einerseits, aber auch Faszination für eine Entdeckungsreise, die unendlich viele Urlaubserlebnisse für Sie bereithält. Zu Lande durch romantische Gassen und steile Weinterrassen, zu Wasser auf einem der vielen weißen Schiffe und Dampfer und nicht zuletzt in der Luft, wenn der Blick von zahlreichen Aussichtspunkten hoch über dem Rhein das einzigartige Panorama enthüllt.

Ein Ferienland, so alt wie die Sagen und Märchen von der schönen Loreley oder den feindlichen Brüdern und doch so jung und modern wie das ARP Museum im Künstlerbahnhof Rolandseck oder der Premium-Wanderweg Rheinsteig. Harmonie in Kontrasten zwischen Berg und Tal, von Energie geladenen Aktivferien bis hin zu wohligen Entspannungstagen. Tauchen Sie ein in ein buntes Bilderbuch voller Ideen und Geschichten - zwischen Mäuseturm und Rolandsbogen.“

Dies ist nur eine Beschreibung von abertausenden (www.rheintourist.de, www.romantischer.rhein.de). Wie am rheinischen Wein so kann man sich auch an den Landschaftsbildern berauschen, von denen wir hier einige zeigen. Diese Wälder, Wiesen, Äcker und Felsen sind nicht nur Panorama, sondern lebendige Vielfalt aus Pflanzen und Tieren. Sie sind ein einziges Geflecht von reichhaltigen Biotopen. Wer genau hinsieht, für den gibt es so viel zu entdecken, dass er nur langsam vorankommt. Und die Ausblicke sind allemal ein Erlebnis. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz.

Die meisten von uns haben es von ihren Dörfern und Städten nicht weit bis zum nächsten Spazier- oder Wanderweg. Über Feld, Wiesen und Weinberghängen erreichen wir schnell den Wald, der sich stundenlang über die Rheinhänge hinzieht. Jeder kann auf seine Art die Natur und Landschaft nutzen: spazieren gehen, wandern, joggen, Fahrrad oder Ski fahren, reiten und Kutsche fahren, jagen, Pilze sammeln und Tiere beobachten, auch Sänger sind willkommen. Was wir nicht vergessen dürfen ist eine Rheinfahrt, die uns ganz neue Perspektiven erschließt.

Die Bewohner können sich in ihrem Lebensraum geborgen fühlen, ihn als Refugium von der schnellen und lauten Welt empfinden. Von ihnen sagt Hölderlin: „(…) Sie alle meinen, es wäre sonst nirgend besser zu wohnen“.

Sie fühlen sich verantwortlich für das, was die Generationen überdauert hat. Vor allem können sie sich nicht vorstellen, dass jemand in diesen Raum einbricht und sie mit riesigen Windrändern verscheuchen will, Und nicht nur sie, sondern auch viel Tiere, seien sie unter einem besonderen Schutz oder ganz gewöhnliche Wildtiere. Anmaßung und Frevel. Unfriede und Unwirtlichkeit droht.

Es ist kein Wunder, dass viele Touristen aus nah und fern diese abwechslungsreichen Landstriche besuchen. Die Städte und Dörfer haben sich alle Mühe gegeben, ihre historischen Schlösser, Burgen, Innenstädte und Gassen zu bewahren und für die Besucher mit ihren eigenen Traditionen und mit kulturellen Veranstaltungen lebendig zu gestalten.

Ein eben eingeweihtes Zentrum in Koblenz stellt den ganzen Reichtum des Mittelrheintales konzentriert dar. Es bildet die historisch geprägten Räume ab, regt Unternehmungen an und gibt Orientierung. Und wie sollte die stilisierte Schiffsform anders heißen als „Romanticum“ (www.romanticum.de/).

Rhein-Galerie

Rhein Romantik

Warum stellt das untere Mittelrheintal ein besonderes Kulturerbe dar?

Unkel, Rheinbreitbach, Bad Honnef sind – wie weiter unten ausführlicher dargestellt – historisch in ganz Europa bekannt für romantische Poesie und Malerei.

Auch die romantische Literatur am unteren Mittelrhein hatte innerhalb des deutschen Bundes hohes Ansehen. Regelmäßig kamen die Gebrüder Grimm, Lord Byron und andere Literaten, um in der Hochzeit der Romantik das Rheintal zwischen Unkel und Bonn beim Gelehrten und Verfasser Karl Simrock zu genießen. http://www.karl-simrock-haus.de/literarischer-weg.

Er übersetzte das Nibelungenlied und viele andere mystische Volkslegenden. Eben dies verband ihn auch sehr mit den Gebrüdern Grimm. Als Übersetzer der Schildbürger-Geschichten wäre Karl Simrock sicherlich stolz auf die Schildbürgerstreiche der Verbandsgemeinde Unkel gewesen. Die in seinen Geschichten beschriebenen „Logikbrüche“ der Bürger aus Schilda ähneln sehr den Äußerungen über die Folgen der Windkraft für die Region. Es wäre ein zusätzliches Kapitel wert: http://www.karl-simrock-haus.de/rundgang. Zum Gesamtwerk des Dichters, Übersetzers, Bonner Professors: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Simrock

Aus der Erinnerung an diese Hohe Zeit des Romantischen Rheintals (Heute unterer Mittelrhein) und der dort ansässigen Künstler um Karl Simrock, haben engagierte Bürger und Politiker abgeleitet, dass man diese „Pfunde“ erhalten und für Tourismus und Kultur nutzen könnte und starteten das Projekt „Chance 7“. Auch für dieses Projekt stellen die Windkrafträder in jeder Beziehung eine Gefahr dar, da das romantische Tal am Siebengebirge in unmittelbarer Nähe zu den Windkrafträdern stehen würde.

http://www.karl-simrock-haus.de/chance-7

Auch hinsichtlich Politik gibt es hier viel zu entdecken :

Unter den bedeutendsten Kanzlern Deutschlands werden sicherlich folgende Persönlichkeiten genannt, die einen besonderen Bezug zu unserer Region hatten und hier weiterhin geehrt werden:

□        Konrad Adenauer, CDU (Rhöndorf/Bad Honnef): http://www.adenauerhaus.de/index_1.html

□        Willy Brandt, SPD (Unkel). Das Willy Brandt Haus hat für die gute Qualität der Ausstellungen und Recherchen diverse Auszeichnungen erhalten: http://www.willy-brandt-forum.com/index.php?id=33

Deutlich früher sind die politischen Aktivitäten von Ferdinand Freiligrath gewesen. Zwischen 1838 und 1870 war er einer der bedeutsamsten deutschen Dichter und Radikaldemokraten. Er schwärmte vom Rhein und der Demokratie, musste zweimal ins Exil nach London, da die Wirkung seiner teils romantischen, teils politischen Gedichte zu bedrohlich für den preußischen König Wilhelm IV. Mit Karl Marx und Ferdinand Freiligrath gab es zwei der bedeutsamsten deutschen Demokratieradikalen in der Rheinischen Zeitung. Mehr über die Zusammenhänge der damaligen Zeit:  http://www.jhelbach.de/freiligr/zeit.htm

Auch lesenswert ist dieser link: Soviel Anmut auf einem Fleck. Königswinter vereint alle Tugenden eines romantischen Rhein-Weinortes.

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